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Silba - Prošlost pod zvijezdama

SILBA – VERGANGENHEIT UNTER DEM STERNENHIMMEL Fotoausstellung von den 1870er- bis zu den 1970er-Jahren Autorice: Katica Burić Ćenan i Jelena Stošić (Žorž) Verein zum Schutz des Natur- und Kulturerbes von Silba – Samotvorac
Die Ausstellung „Silba – Vergangenheit unter dem Sternenhimmel“ führt uns durch ein Jahrhundert des Lebens dieser Inselgemeinschaft – von der Zeit, als Silba eine lebendige und dicht besiedelte Insel mit mehr als tausend Einwohnern war, bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch Auswanderung und einen Bevölkerungsrückgang geprägt wurde. Fotografien und bewahrte Erinnerungsstücke enthüllen den Alltag der Silbabewohner von damals – das Familienleben, die Kindheit, die Schulzeit, die Arbeit, Hochzeiten, Feiertage, den Karneval und Abschiede. Jedes festgehaltene Bild zeugt von Gemeinschaftssinn, Fleiß und der engen Verbundenheit der Menschen mit dem Meer, der Insel und Tradition. Familienporträts, Klassenfotos sowie Aufnahmen von Arbeit und Festen zeigen, wie Bräuche, Werte und Identität von Generation zu Generation weitergegeben wurden und zugleich Einflüsse aus ferner Welt aufgenommen wurden, die Seeleute und Reisende nach Silba brachten. Diese Ausstellung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein Andenken an das Leben, die Menschen und die Geschichten, die die Identität Silbas geprägt haben – einer Insel, deren Erinnerungen noch heute unter demselben Sternenhimmel leuchten.

FAMILIE (10)

Die Familie war das Fundament des Lebens auf Silba. Häufig lebten und arbeiteten mehrere Generationen unter einem Dach und teilten die alltäglichen Aufgaben, Bräuche und Werte, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Nach den Aufzeichnungen von Petar Starešina lasen gebildete Männer Mitte des 18. Jahrhunderts an Winterabenden am Herdfeuer ihren Familien aus den „Razgovori ugodni“ (Angenehme Gespräche) von Andrija Kačić Miošić vor. Zahlreiche Familienporträts erzählen Geschichten von Liebe, Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt – und bergen manchmal auch das eine oder andere Geheimnis.

DER GRÖßTE SCHATZ – DIE KINDER (7)

Kinder galten als größter Schatz jeder Gemeinschaft, besonders auf einer kleinen Insel. Sie wuchsen in einer Umgebung auf, in der sich alle kannten und Freuden sowie Pflichten des Alltags miteinander teilten. Obwohl ihre Zahl nach den Kriegen allmählich zurückging, blieben Kinder und Jugendliche ein wichtiger Teil des Insellebens. Bereits 1927 wurde in Silba ein Kindergarten gegründet.

SCHULE (5)

Die Schule war nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein wichtiger Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens, der Freundschaften und des gemeinsamen Aufwachsens der Inselkinder. Seit 1907 gibt es in Silba eine gemischte Volksschule. Viele Generationen besuchten diese Schule, und zahlreiche engagierte Lehrerinnen und Lehrer sind bis heute in Erinnerung geblieben, darunter Angela Žorž, der Silbaner „Meštar“ Lovrović, Ruža Sambunjak, Katja Telesmanić (geb. Vekjardo), Ankica Paulina, Marija („Maca“) Brnetić und viele andere.

DAS GEISTLICHE LEBEN DER KINDER (6)

Das religiöse Leben der Kinder auf der Insel war reich und vielfältig. Besonders gefeiert wurden die Festtage des heiligen Nikolaus, der heiligen Lucia, des heiligen Thomas (wenn die Schweineschlachtung stattfand), Heiligabend, Weihnachten, der Stephanstag, der Josefstag, Fronleichnam, der Tag des heiligen Antonius und viele weitere. Für die Kinder war jedoch die Weihnachtszeit die freudigste Zeit des Jahres, als sie Geschenke erhielten. Ein bedeutendes religiöses Ereignis war auch die Erstkommunion, an die sich die ältesten Einwohnerinnen Silbas bis heute erinnern. Durch das Fotoobjektiv wurden Momente von Festen, Begegnungen und Aufführungen aufgezeichnet, die davon zeugen, wie religiöse Werte an die jüngsten Generationen weitergegeben wurden..

JUGEND UND FREIZEIT (9)

Der Sommer war die aufregendste Jahreszeit für die Jugend aller Generationen. Früher wurde jedoch das ganze Jahr über getanzt und gefeiert, besonders sonntags nach dem abendlichen Rosenkranzgebet. Damals tanzte man im Gemeindesaal den traditionellen Silbaner Tanz sowie andere zu der Zeit beliebte Tänze wie Tango, Walzer und Polka. Auch an Feiertagen wurde getanzt, beispielsweise am Vorabend des Johannistages, wenn das Johannisfeuer getzündet wurde und die Jugendlichen darüber sprangen. Zwischen den beiden Weltkriegen trafen sich die Mädchen außerdem regelmäßig „na fabriki“ (bei der Fabrik).

TRÄGER DES GESELLSCHAFTLICHEN LEBENS (7)

Gruppenfotos waren eine Gelegenheit, die wichtigen Momente des gemeinschaftlichen Lebens festzuhalten – Familienfeiern, Schulklassen, Dorffeste sowie das kulturelle und gesellschaftspolitische Engagement der Einwohner. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestanden auf Silba zahlreiche Vereine, darunter die Marianische Kongregation und die Križarice, die das religiöse, kulturelle und erzieherische Leben förderten, sowie der Hrvatski Sokol (der kroatische Falke), der das nationale Bewusstsein stärkte und neue gesellschaftliche und politische Ideen auf die Insel brachte.

HOCHZEITEN (9)

Hochzeiten waren bedeutende gesellschaftliche Ereignisse und vereinten Verwandte, Freunde und andere Dorfbewohner. Auf Silba heirateten Frauen meist zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr, Männer zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die Trauungen fanden gewöhnlich mittwochs oder samstags am Nachmittag in der Pfarrkirche statt. Die Hochzeitsfeier begann mit dem Versammeln aller Gäste zunächst im Haus der Braut. Danach zog das Brautpaar gemeinsam mit den Trauzeugen und den Gästen paarweise hintereinander zur Kirche, angeführt von einem Akkordeonspieler, der einen Hochzeitsmarsch spielte. Sämtliche Kleidung des Brautpaares musste neu sein und wurde niemals ausgeliehen. Die festliche Kleidung verrät oft den gesellschaftlichen Status des Brautpaares und spiegelt zugleich die Mode dieser bestimmten Zeit wider.

ARBEIT (12)

Das Leben auf Silba war Jahrhunderte eng mit dem Meer, der Seefahrt und jener Arbeit verbunden, die den Lebensunterhalt der Inselbewohner sicherte. Die Menschen lebten von Fischerei, Viehzucht und Landwirtschaft. Besonders erfolgreich waren sie jedoch im 18. Jahrhundert als Kapitäne und Schiffseigner. Von ihren weiten Reisen brachten sie städtische Kultur sowie materielles und immaterielles Kulturerbe mit auf die Insel, das bis heute sichtbar ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden vier Genossenschaften: eine Konsum- und Handwerksgenossenschaft, eine Molkereigenossenschaft, eine Fischereigenossenschaft und eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Die Fotografien der Arbeit zeigen die enge Verbundenheit des Menschen mit der Natur, seine Hingabe an die Arbeit und den Stolz, der daraus erwächst.

ALLTAG (6)

Die festgehaltenen Momente von Arbeit, Begegnungen, Familienfeiern und alltäglichen Tätigkeiten erzählen vom Leben, das Generationen von Inselbewohnern geprägt hat. Bis zum Zweiten Weltkrieg spielte sich der Alltag überwiegend daheim im Kreis der Großfamilie ab. Gelegentlich trafen sich junge und ältere Männer in jemandes Hof, tranken gemeinsam Bevanda (Wein mit Wasser gemischt) und aßen Bubica (kleine Fladenbrote). Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch Gaststätten wie die Trattoria Polovich oder das Adriatico (später ”Gostiona Jadran") beliebte Treffpunkte. Jede Fotografie bewahrt eine persönliche Geschichte und die Erinnerung an Menschen und ihre Zeit.

KARNEVAL (8)

Der Karneval gehörte zu den am meisten erwarteten Ereignissen des Jahres. Er dauerte vom Dreikönigstag bis zum Aschermittwoch und war von zahlreichen Tanzveranstaltungen gekennzeichnet. Meist traten Gruppenmasken auf, die sich beim Hauptorganisator (Capo di Ballo) anmelden mussten. Am Faschingsdienstag wurde die Karnevalspuppe verbrannt, damit mit ihr auch alle Sorgen des vergangenen Jahres verbrennen. Ältere Inselbewohner erinnern sich an Karnevalsfiguren wie Louis Armstrong oder Winston Churchill. Nur während der Karnevalszeit durften Kinder den Tanzsaal betreten und am „Kinderball“ teilnehmen. Nach dem Ruf „Ala jir, jir za dicu!“ (“Auf, eine Runde für die Kinder!”) stürmten sie voller Freude auf die Tanzfläche.

ABSCHIEDE (5)

Wegen Ausbildung, Arbeit oder auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verließen im Laufe der Jahre viele Bewohner Silbas ihre Insel. Manche lebten in nahe gelegenen Städten und kehrten an den Wochenenden zurück, andere gingen für längere Zeit, manche sogar für immer. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt verschwanden die hölzernen Segelschiffe Silbas allmählich aus dem Alltag. Große Dampfschifffahrtsgesellschaften übernahmen den Seeverkehr, und Silba wurde zu einem regelmäßigen Zwischenhafen auf den Linien zwischen der nördlichen und südlichen Adria. Schiffe der österreichischen Reederei Lloyd verbanden die Insel mit Triest und Venedig, während die Gesellschaft Ungaro-Croata Verbindungen zwischen Rijeka und Zadar unterhielt. Für die kleine Inselgemeinschaft bedeutete die Ankunft eines Schiffes die wichtigste Verbindung zur Außenwelt und zugleich eine wertvolle Gelegenheit für Begegnungen mit anderen Dorfbewohnern. Die Fotografien der Abschiede erzählen von bewegenden Momenten des Loslassens und der Hoffnung auf ein Wiedersehen.